A
Agio
Das Agio ist ein Ausgabeaufschlag auf den Nennwert einer Vermögensanlage, der in der Regel in Prozent angegeben wird. Möchte ein Anleger eine Vermögensanlage mit einem Nennwert von 100.000 € und einem Agio von 5 % zeichnen, muss er 105 % des Nennwerts einzahlen – also 105.000 €. Bei Buss-Containerfonds fällt kein Agio an.
B
Bruttomiete
Der Bruttomiete ist die Miete, die der Mieter eines Containers an die Containerleasinggesellschaft zahlt (vgl. Nettomiete).
C
CEU
CEU steht für „cost equivalent unit“. Diese Abkürzung wird in der Containerbranche verwandt, um unterschiedliche Containertypen hinsichtlich wirtschaftlicher Faktoren (z. B. Kosten und Erlöse) zu vergleichen. Ein 20’-Standardcontainer (1 TEU, siehe unten) entspricht 1 CEU. Bei anderen Containertypen weicht die CEU- aber von der TEU-Zahl ab: Die Kosten und damit zumeist auch die Mieterlöse eines 40’-Standardcontainers liegen etwa bei dem 1,6-fachen eines 20’-Standardcontainers; er entspricht daher 1,6 CEU. Ein 40’-High-Cube-Standardcontainer entspricht 1,7 CEU, weil er etwa das 1,7-fache eines 20’-Standardcontainers kostet.
Chassis
Containerchassis sind Fahrgestelle, mit denen Container per Lkw auf der Straße transportiert werden können. Moderne Chassis sind in der Lage, normale und High-Cube-Container unterschiedlicher Abmessungen zu tragen. Die Container werden mit Twistlocks auf dem Chassis gesichert. Chassis werden wie normale Trailer (siehe unten) mit Sattelzugmaschinen bewegt.
Containerdepot
Containerleasinggesellschaften unterhalten weltweit Containerlager. In diesen sogenannten Depots können die Mieter Container abgeben und aufnehmen.
Corner Castings
Mit Corner Castings (deutsch: Eckbeschläge) werden die Befestigungspunkte bezeichnet, die sich an allen Ecken eines Containers befinden. Sie dienen zum Anheben, Stapeln oder Befestigen des Containers, indem Twistlocks (s. u.) oder andere Vorrichtungen in die Corner Castings greifen und sich so mit dem Container verbinden.
Corten-Stahl
Container werden aus speziell gehärtetem, Stahl hergestellt, dem sogenannten Corten-Stahl. Dieser Stahl ist langlebig und hoch belastbar – wichtige Eigenschaften für Container, die im internationalen Seeverkehr häufig widrigen Bedingungen ausgesetzt sind. „COR-TEN“ ist ein eingetragenes Warenzeichen der United States Steel Corporation.
CSC (International Convention for Safe Containers)
Die internationale Konvention für sichere Container (CSC) enthält Sicherheitsstandards für Seecontainer. Ziel ist, bei Containerumschlag, -beförderung und -stapelung die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Jeder Container, der in der internationalen Transportlogistik eingesetzt wird, muss eine gültige CSC-Plakette tragen. Ähnlich einer TÜV-Plakette muss die CSC-Plakette regelmäßig erneuert werden.
D
Depot
siehe Containerdepot
Drop-off charge
Die Drop-off charge ist die Rücklieferungsgebühr, die der Mieter zahlen muss, wenn er einen gemieteten Container in einem Depot einer Containerleasinggesellschaft abgibt.
H
High Cube
High-Cube-Container entsprechen vom Aufbau her den Standardcontainern. Sie sind mit 2,90 m jedoch ca. 30 cm höher.
L
LTL (Long Term Lease)
Long Term Lease (abgekürzt LTL) bezeichnet die langfristige Vermietung von Containern (in der Regel drei bis acht Jahre).
M
Maritime Finance Incentive Scheme
Singapur hat das „Maritime Finance Incentive Scheme“ (MFI; deutsch etwa „Anreiz-Programm für maritime Investitionen“) aufgelegt, um gezielt die Ansiedlung der maritimen Wirtschaft zu fördern. Erfüllen Firmen die Voraussetzungen des MFI, profitieren sie von besonders günstigen steuerlichen Regelungen.
MLA, ML (Master Lease Agreement, Spot Lease)
Gebrauchte Container werden zumeist im Rahmen so genannter „Master Lease Agreements“ kurz- und mittelfristig vermietet (Mindestmietzeit ca. drei bis zwölf Monate). Eine andere Bezeichnung für Master Lease ist „Spot Lease“.
N
Nettomiete
Die Nettomiete ist das tatsächliche „Einkommen“ eines Containers. Es errechnet sich aus der Bruttomiete (siehe oben) abzgl. aller Kosten und zzgl. Nebenerlöse (sogenannte „ancillary revenues“). Dadurch, dass die Lagerkosten für unvermietete Container in der Nettomietrate enthalten sind, werden Auslastungsschwankungen gewissermaßen eingepreist.
Nettomiete im Detail:
Operative Kosten |
|
Nebenerlöse |
|
O
Off-balance-Finanzierung (= bilanzneutral)
Das bedeutet, das Leasingobjekte (in diesem Fall die Container) nicht in der Bilanz erscheinen. Die Reedereien können dadurch das vorhandene Kapital an anderer Stelle einsetzen (z. B. zur Finanzierung von Schiffen).
P
Palettenbreite Container (20’/40’/45’ pallet-wide)
Standardcontainer haben ein Innenmaß von 2,33 m und damit den Nachteil, dass darin Euro-Paletten (1,20 m x 0,80 m) nicht ohne Platzverlust nebeneinander verladen werden können. Eine Verbreiterung um wenige Zentimeter kombiniert die Vorteile der Systeme Container und Europalette. Palettenbreite Container bieten bei einem um nur 4 % größeren Volumen eine um 20 % höhere Palettenkapazität und ermöglichen eine effiziente Beladung ohne Umstauen und Ladungssicherung. Palettenbreite Container werden insbesondere für innereuropäische Transporte und Kurzstrecken-Seeverkehre („Short Sea Shipping“) genutzt.
S
Sale and lease back
Ein Sale-and-lease-back-Geschäft heißt auf Deutsch etwa „Rückmietverkauf“: Eine Reederei verkauft ihre Container an eine Leasinggesellschaft und mietet sie parallel wieder zurück (meist in Form eines langfristigen Mietvertrags).
Spot Lease
siehe „Master Lease“
Standardcontainer (20’/40’/40’ High Cube)
Standardcontainer sind die gewöhnlichen und häufigsten Containertypen in 20 oder 40 Fuß Länge. Bezogen auf die Anzahl sind ca. 83 % des weltweiten Containerbestands Standardcontainer.
Stückgut
Stückgut bezeichnet in der Logistik klassischerweise alles, was sich am Stück transportieren lässt (also z. B. Kisten, Fässer, beladene Paletten, Maschinen- oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen). Das Gegenteil von Stückgut ist Massengut (Erz, Kohle, Zement, Getreide und flüssige Ladung wie z. B. Erdöl und Flüssiggas).
Heute unterscheidet man zwischen containerisierbarem Stückgut (also Gütern, die in den Container passen) und nicht containerisierbarem Stückgut (häufig sogenannte „Projektladung“, also große Anlagenteile wie z. B. Komponenten für Windkraftanlagen). Vielfach wird der Terminus Stückgut heute auch nur noch für nicht containerisierbares Stückgut verwandt.
T
Tankcontainer (20’/30’/40’)
Tankcontainer sind sehr hochwertige, zumeist aus Edelstahl hergestellte Container, die zum Transport von Flüssigkeiten (Chemikalien, Nahrungsmittel) und Granulaten genutzt werden. Tankcontainer unterliegen höchsten Sicherheitsstandards und entsprechen heutigen Umweltansprüchen. Zum Teil verfügen sie über Heiz-/Kühlaggregate.
TEU
TEU steht für „twenty-foot equivalent unit“ („zwanzig Fuß entsprechende Einheit“) und ist die international gebräuchliche Maßeinheit, um Container hinsichtlich ihrer Größe, das Fassungsvermögen von Schiffen und die Umschlagskapazität von Terminals zu vergleichen. Die Einheit TEU beruht auf dem 20’-Standardcontainer, der einem TEU entspricht. Ein 40’-Standardcontainer entspricht zwei TEU. Trotz seines größeren Fassungsvermögens wird auch der um ca. 30 cm höhere 40’-High-Cube-Standardcontainer als zwei TEU gezählt. Ein Containerschiff, dessen Kapazität z. B. mit 8.000 TEU angegeben ist, kann theoretisch 8.000 20’-Container laden, 4.000 40’-Container oder eine Mischung beider Größen, die zusammengerechnet 8.000 TEU ergibt.
Trailer
Trailer sind Lkw-Sattelauflieger mit eigenen Aufbauten. Sie werden mit Sattelzugmaschinen bewegt. Spezielle Trailer für Container bezeichnet man als Chassis (siehe oben).
Twistlocks
Twistlocks (auf Deutsch „Drehschlösser“) sind Verriegelungen, die die Container sowohl untereinander als auch mit einem Trägerfahrzeug oder dem jeweiligen Umschlagsgerät (Containerbrücke, Reachstacker usw.) verbinden. Sie greifen in die -> Corner Castings, die sich an allen acht Ecken eines Containers befinden.
W
Währungsswap
Ein Währungsswap ist ein Finanzgeschäft. Zwei Vertragsparteien tauschen zu Beginn und am Ende einer festgelegten Laufzeit Zins- und Kapitalzahlungen in zwei verschiedenen Währungen. Ziel ist, sich gegen Währungsschwankungen abzusichern.
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